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Altniederländisches Schrifttum

Ich möchte deutschsprachliche Leser die zufällig auf meinem Blog geraten sind und etwas lesen wollen über meiner Beschäftigung mit der Altgermanistik und dem ältesten belegten Stadium des Niederländischen gerne versorgen mit dieser Übersetzung meines Artikels, der nächster Monat in TWISTER, dem Mitteilungenblatt der Leidenen Studienassoziation der algemeinen und vergleichenden Sprachwissenschaft erscheinen wird.

 

Wissenschaftler, die sich beschäftigen mit dem ältesten Stadium von dem direkten Vorfahr des heutigen Niederländisches, haben dafür drei frühmittelalterliche Quellen zu ihrer Verfügung: die „Wachtendonckse Psalmen“, der “Egmondse Williram” und die mittelfränkische Reimbibel. Von keinen dieser kann man sagen dass es wirklich altniederländische Texte betrifft. Oft hat ein vermutlich altniederländisch-sprechender Abschreiber die althochdeutsche Lautform dem eigenen Dialekt angepasst. Das ist nicht ziemlich erstaunenswert weil die meisten Schreibcentra in dieser Zeit im Westen der Niederländen lagen. Nur das Kloster Egmond hat im Westen des Landes ein Scriptorium, sondern das wurde nur ab dem zwölften Jahrhundert wirklich aktiv.

            Wir vermuten dass ein im althochdeutschen geschriebener Kommentar auf dem Hohelied Salomos dort seine altniederländischen Züge bekommen hatte, bevor das Manuskript in Leidener Universitätsbibliothek geraten war. Die Anpassungen die der Abschreiber anbrachte waren darüberhinaus auch unvollständig und inkonsequent. Ein wahrer Alptraum für dem Sprachwissenschaftler der die Quellen braucht für die Rekonstruktion des altniederländischen Lautstandes. Deshalb sprechen viele Sprachwissenschaftler nicht vom Altniederländischem, sondern vom Altniederfränkischem, damit die Position des Dialektes im fränkischem Kontinuüm betont wird. Man muss sich hingegen realisieren dass auch die Bezeichnungen Altsächsisch, Angelsächsisch und Althochdeutsch nur theoretische Konstrukte sind, welche manchmal wenig mit der sprachwissenschaftlichen Realität zu tun haben.

            Bestimmt wenn man sich die „Wachtendonckse Psalmen“ anseht, trifft man ein Dialekt an der in vielen Hinsichten der Vorfahr des Mittelniederländischen war. Die althochdeutsche Lautverschiebung hat in diesem Dialekt nicht statt gehabt, es gibt drei verschiedene Pluralis-endungen im Präsens des Verbs, der Reibelaut /x/ <h> ist für einen /l/ schon verschwunden, Auslautverhärtung ist in diesem Dialekt die Norm und der Laut der dem Altsächsischen /ô/ entspricht ist im Altniederländischem schon zum /uo/ geworden. Durchaus wertvolle Daten für den Altgermanist.

            Dennoch bleibt der Existenz des Altniederländischen für viele Niederländisten und Laien beschränkt auf der alniederländischen Probatio Pennae ‚hebban olla uogala nestas hagunnen hinase hi anda thu’ „alle Vögel haben Neste begonnen ausser mir und dir“ und für diesen Niederländisten sehen die übrigen altniederländischen Schriftdenkmäler oft sehr exotisch aus. Es ist nicht verwunderlich als die Niederländisten sich kaum kümmern um das altniederländischen Schrifttum. Auch Sprachwissenschaftler begeistern sich nicht oft an interlinearen Glossen lateinischer Psalmen und exegetischen Ausarbeitungen des Hohelieds. Das es nur interlineare Übersetzungen der Bibel gibt, ist noch nicht so schlimm, sondern dass keine interessanten Teile der Bibel versehen sind mit altniederländische Glossen ist ziemlich Schade. Nur ein einzige Zeile des Hohelieds kann ein bisschen aufregend genannt werden: wanda bezerre sint thine spune themo wine “denn besser sind deine Brüste als Wein”.

Es ist zu Schade dass der altniederländischer Abschreiber nicht das Buch Genesis oder die Offenbarung des Johannes mit altniederländischen Glossen versehen hat. Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen den enigmatischen Anfang der Genesis 6 (1-4) vom Niederländischem des siebzehnten Jahrhunderts im Altniederländischem zu übersetzen. Was die Wortfolge betrifft, habe ich die niederländische Syntaxis des siebzehnten Jahrhunderts benutzt. Ich habe mich entschieden für eine Übersetzung aus modernem Niederländischem weil das Ergebnis netter war als eine wörtliche Übersetzung aus dem Latein des Vulgats. Ich habe mich genau für diese Zeilen entschieden weil die Passage für frühmittelalterliche Leute eine wichtige bedeutung gehat haben müsste. Die Passage gab ihnen eine Möglichkeit ihre nicht-christlichen Weltanschauungen in der biblische Chronologie zu stellen. Die altgermanische Welt kannte nämlich auch Göter und Riesen und die Römische Kirche könnte mit einem Hinweis auf diese Passage erklären warum es auch nach der Bibel kein Götter und Riesen mehr gäbe: sie waren nämlich während der Sintflut alle vertrunken. In dieser Übersetzung habe ich die Wörter die nur im Althochdeutschen belegt sind in den vermutlich entsprechenden altniederländischen Formen verändert. Zum Beispiel habe ich <ouch> in < ôk> verändert.

 

Genesis 6 1-4

 

Ende het geschiedde, als de menschen op den aerdbodem begonnen te vermenichvuldigen, ende hen dochters geboren werden; dat Godes sonen de dochteren der menschen aensagen, dat sy schoon waren, ende sy namen hen wijven uyt alle, die sy verkoren hadden. Doe seyde de HEERE; Mijn Geest en sal niet in eeuwicheyt twisten met den mensche, dewyle hy oock vleesch is: doch sijne dagen sullen zijn hondert ende twintich jaer. In die dagen warender Reusen op der aerde, ende oock daer na, als Godts sonen tot de dochteren der menschen ingegaen waren, ende sich [kinderen] gewonnen hadden: dese zijn de geweldige, die van outs geweest zijn mannen van name.

 

*In is gedân thuo thie man an erthon begunnun te gemanagfaldone in im giboran uurthen dohtera that Godes sunon dohtera mannero scouuodon that sia scona uuaron in sie namon im uuif ut allon the sie gecoran habdon. Thuo quath druftin: min gçst ne scal in euuon fehtan mit manne bithiu hç ist ôk flçsc thoch sîn daga sculon uueson hundrat in tuuintig iaro. An then dagon uuaron wrisila an erthon in ôk aftir also Godis sunon te dohteron mannero ingangon uuaron in im kint giuuunon haddon; thesa sint thie giuueldigon the fan eldi geuueson uuaron, man mit name.

 

 

Quellen:

A Quak & J.M. van der Horst, Inleiding Oudnederlands (Leuven 2002).

Arend Quak, Die altmittel- und altniederfränkischen Psalmen und Glossen; nach den handschriften und Erstdrucken neu herausgegeben (Amsterdam 1981)

Arend Quak, “Hintergründe eines altniederländischen Textes”, in: Amsterdammer Beiträge zur älteren Germanistik 66 vol 1 (Amsterdam 2010) 63-74.

Bijbel, dat is de gansche heilige schrift bevattende alle de canonieke boeken des Ouden en nNieuwen testaments (Amsterdam 1917)

Robert L. Kyes, Dictionary of the Old Low and Central Franconian Psalms and Glosses (Tübingen 1983).

 

 

 

 

Oudnederlands schriftdom: saai of super?

Wetenschappers, die zich bezighouden met de oudste bekende fase van wat de directe voorouder van het Nederlands mag heten, hebben daarvoor drie vroegmiddeleeuwse bronnen tot hun beschikking: de Wachtendonckse psalmen, de Egmondse Williram en de Middelfrankische rijmbijbel. Van geen van dezen kan men zeggen dat het om louter Oudnederlandse teksten gaat. Vaak heeft een vermoedelijk Oudnederlands sprekende kopiist de Oudhoogduitse klankvorm van de tekst aangepast aan zijn eigen dialect. Dat is geen verrassing wanneer we bedenken dat de schrijfcentra in die tijd vaak in het oosten van het land gelegen waren. Alleen het klooster Egmond had in het westen van het land een scriptorium, maar dat werd pas vanaf de twaalfde eeuw echt actief.

We vermoeden dat een adaptatie van een in het Oudhoogduits geschreven commentaar op het Hooglied dáár zijn Oudnederlandse trekken heeft opgedaan, vooraleer het manuscript in de Leidse universiteitsbibliotheek terecht kwam. De aanpassingen die de kopiist aanbracht waren dan ook nog eens niet volledig en niet consistent. Een ware nachtmerrie voor de taalwetenschapper die de bronnen wil gebruiken voor het reconstrueren van de tiende-eeuwse Oudnederlandse klankstand. Daarom willen veel linguïsten niet van het Oudnederlands spreken, maar gebruiken liever de neutralere term Oudnederfrankisch, die aangeeft waar het dialect zich in het Frankische dialectcontinuüm bevindt. Men moet zich echter realiseren dat ook termen als het Oudsaksisch, het Oudengels en het Oudhoogduits theoretische constructen zijn die soms weinig met de taalkundige realiteit te maken hebben.

Zeker wanneer men naar de Wachtendonckse psalmen kijkt, ziet men toch een dialect dat in veel opzichten als de voorloper van het Middelnederlands beschouwd kan worden. De Oudhoogduitse klankverschuiving is in het dialect niet opgetreden, er zijn drie verschillende pluralis-uitgangen in de tegenwoordige tijd van het werkwoord, de wrijfklank /x/ is voor een /l/ reeds verdwenen, Auslautverhärtung is in het dialect de norm en de klank die correspondeert met de Oudsaksische /ō/ is in het Oudnederlands een /uo/ geworden. Wel degelijk waardevolle gegevens voor de Oudgermanist.

Toch blijft het bestaan van het Oudnederlands voor veel Neerlandici en leken beperkt tot het zinnetje ‘hebban olla vogala nestas bigunnan hinase hic anda thu’ en zijn de Wachtendonckse psalmen en de Egmondse Williram voor veel Neerlandici exotisch ogende schriftmonumenten. Dat de Neerlandici zich nauwelijks bekommeren om het Oudnederlandse schriftdom zij hen vergeven. Ook als taalkundige is het erg moeilijk om van letterlijke boven de Latijnse tekst staande vertalingen van de psalmen en onduidelijke exegetische uitwerkingen van het Hooglied opgewonden te worden. Dat het letterlijke bijbelvertalingen zijn, is op zich niet eens zo erg, maar dat er weinig interessante stukken uit de bijbel van Oudnederlandse glossen zijn voorzien, is dan wel weer jammer. Alleen een enkele Hooglied-passage kan als lichtelijk amusant gezien worden: wanda bezerre sint thine spune themo wine “want beter zijn jouw borsten dan de wijn’.

Het blijft jammer dat de Oudnederlandse kopiist niet het boek Genesis of de Openbaring van Johannis van Oudnederlandse glossen had voorzien. Daarom heb ik de vrijheid genomen om het enigmatische begin van genesis 6 (1-4) met de vroegmoderne syntaxis van de Staatenvertaling van 1618 van het vroegmodern Nederlands in het Oudnederlands te vertalen. Ik heb voor een vertaling vanuit het vroegmodern Nederlands gekozen in plaats van een vertaling van de Latijnse tekst uit de Vulgaat van sint Hiëronymus, omdat het resultaat gewoon stukken leuker is. Ik heb juist voor deze passage gekozen omdat zij voor de vroege middeleeuwers erg belangrijk was. Het gaf hun namelijk een mogelijkheid hun oude niet-christelijke wereldvoorstellingen in de bijbels ante-diluviale (d.w.z. van voor de zondvloed) chronologie te plaatsen. De Oudgermaanse wereld kenden namelijk ook goden en reuzen en de kerk kon door naar deze passage te verwijzen, verklaren waarom die Oudgermaanse goden en reuzen ook volgens de bijbel nu niet meer zouden bestaan; ze waren namelijk tijdens de zondvloed verdronken. Bij de vertaling heb ik de woorden die alleen in Oudhoogduitse vorm overgeleverd zijn, omgezet naar de vermoedelijke Oudnederlandse klankstand. Zo heb ik bijvoorbeeld omgezet naar < ōk>.

Genesis 6 1-4

En het geschiedde, als de mensen op den aardbodem begonnen te vermenigvuldigen, en hun dochters geboren werden, dat Gods zonen de dochteren der mensen aanzagen, dat zij schoon waren, en zij namen zich vrouwen uit allen, die zij verkozen hadden. Toen zeide de HEERE: Mijn Geest zal niet in eeuwigheid twisten met den mens, dewijl hij ook vlees is; doch zijn dagen zullen zijn honderd en twintig jaren. In die dagen waren er reuzen op de aarde, en ook daarna, als Gods zonen tot de dochteren der mensen ingegaan waren, en zich kinderen gewonnen hadden; deze zijn de geweldigen, die van ouds geweest zijn, mannen van name.

*In is gedān thuo thie man an erthon begunnun te gemanagfaldone in im giboran uurthen dohtera that Godes sunon dohtera mannero scouuodon that sia scona uuaron in sie namon im uuif ut allon the sie gecoran habdon. Thuo quath druftin: min gēst ne scal in euuon fehtan mit manne bithiu hē ist ōk flēsc thoch sīn daga sculon uueson hundrat in tuuintig iaro. An then dagon uuaron wrisila an erthon in ōk aftir also Godis sunon te dohteron mannero ingangon uuaron in im kint giuuunon haddon; thesa sint thie giuueldigon the fan eldi geuueson uuaron, man mit name.

Bronnen:

A Quak & J.M. van der Horst, Inleiding Oudnederlands (Leuven 2002). Arend Quak, Die altmittel- und altniederfränkischen Psalmen und Glossen; nach den handschriften und Erstdrucken neu herausgegeben (Amsterdam 1981) Arend Quak, “Hintergründe eines altniederländischen Textes”, in: Amsterdammer Beiträge zur älteren Germanistik 66 vol 1 (Amsterdam 2010) 63-74. Bijbel, dat is de gansche heilige schrift bevattende alle de canonieke boeken des Ouden en nNieuwen testaments (Amsterdam 1917) Robert L. Kyes, Dictionary of the Old Low and Central Franconian Psalms and Glosses (Tübingen 1983).